Über die Darstellung 2019-01-22T10:56:16+00:00

Über die Repräsentanz

Die Repräsentanz ist im Auftrag und im Namen der Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk gGmbH (IBB) und in Übereinstimmung mit der Gesetzgebung der Republik Belarus gegründet worden. Sie soll dazu dienen unentgeltliche ausländische Hilfe zu mobilisieren, den Frieden, die Freundschaft und die Verständigung zwischen den Völkern zu stärken, soziale und ethnische Konflikte zu beseitigen sowie humanitäre Programme in den Bereichen Bildung, Kunst und Aufklärung zu entwickeln und durchzuführen.

Der Schwerpunkt der Repräsentanz «Internationales Bildungs- und Begegnungswerk gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung» in der Republik Belarus ist die Umsetzung des Förderprogramms Belarus, das aus Mitteln des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert wird. Das Förderprogramm Belarus wird von der IBB gGmbH in Deutschland mit Sitz in Dortmund umgesetzt und durch die Repräsentanz „Internationales Bildungs- und Begegnungswerk gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ vertreten, um die Zusammenarbeit mit Partnern und staatlichen Behörden in Belarus zu ermöglichen. Im Rahmen der VIII. Phase des Förderprograms Belarus, die bis März 2019 dauert, wurden 22 Partnerprojekte unterstützt.

Die Unterstützung belarussischer Organisationen, Einrichtungen und direkter Projektinitiativen unter anderem durch Veranstaltungen des Begleitprogramms umfasste im Bereich der nachhaltigen regionalen Entwicklung und im sozialen Bereich 76 Veranstaltungen (die Wochen der nachhaltigen Entwicklung noch ausgenommen), die von den Mitarbeiter*innen der Repräsentanz im Jahr 2017 auf dem gesamten Gebiet der Republik Belarus organisiert und durchgeführt wurden.

Der zweite Schwerpunkt der Repräsentanz ist die Aufarbeitung der Geschichte sowie die Erinnerungskultur.

Diese Arbeit wird in der Geschichtswerkstatt „Leonid Lewin“ durchgeführt. Die Hauptaufgaben der Geschichtswerkstatt bestehen darin, den überlebenden Opfern der nationalsozialistischen Tyrannei zu helfen und sie zu unterstützen. Zudem werden Bildungsprogramme zur Geschichte entwickelt und umgesetzt und neue Forschungserkenntnisse zur Kriegsgeschichte und zur Besetzung von Belarus in der Geschichtsschreibung Deutschlands und der Republik Belarus gefördert.

Die Geschichtswerkstatt in Minsk ist ein belarussisch-deutsches Projekt, das 2002 gemeinsam vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund, der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte „Johannes Rau“ Minsk und dem Verband Belarussischer Jüdischer Vereine und Gemeinden gegründet wurde. Die Geschichtswerkstatt befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Minsker Ghettos in einem historischen Gebäude, das eine ideale Gelegenheit für Bildungsangebote direkt an der historischen Stätte bietet.

Ein wichtiger Schritt in der Arbeit der Repräsentanz in diesem Bereich war die Eröffnung der Wanderausstellung „Vernichtungslager Trostenez. Geschichte und Erinnerung“, die vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund, der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte „Johannes Rau“ Minsk und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas organisiert wurde. Die Gestaltung der Ausstellung wurde von der Berliner Agentur LINKSBÜNDIG vorgenommen; das Projekt wird vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. finanziert. Die zweisprachige (deutsch-russische) Wanderausstellung wurde am 8. November 2016 in der Hauptkirche Sankt Katharinen in Hamburg eröffnet. In Belarus fand die Eröffnung der Ausstellung am 13. März 2017 im Gebäude des Belarussischen Staatlichen Museums für Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges statt. Neben der Ausstellung wurde ein zweisprachiger Katalog der Ausstellung „Vernichtungslager Trostenez“ vorbereitet. Der Zweck der Ausstellung ist es, dazu beizutragen, dass Malyj Trostenez im öffentlichen Bewusstsein als Tatort des Nationalsozialismus und als ein Denkmal von europäischer Bedeutung verankert wird. Diese Ausstellung ist das Ergebnis eines seit August 2014 geführten internationalen Dialogs unter Beteiligung von Historiker*innen aus Belarus, Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik. Mitglieder des internationalen Kuratoriums waren unter anderem das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst, die Stiftung Topographie des Terrors, das Jüdische Museum in Prag, die Gedenkstätte Theresienstadt, das Belarussische Staatliche Museum für die Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges und der Verband Belarussischer jüdischer Vereine und Gemeinden.

Das Projekt „Opfer des Nationalsozialismus und Vernichtungsorte in Belarus“ ist ein Bildungsprojekt, dessen Ziel es ist, Studierenden und Interessierten die Möglichkeit zu geben, das Schicksal unbekannter Opfer des Nationalsozialismus anhand von Informationen von Verwandten, Freunden, Nachbarn oder Personen mit anderem ethnischen Hintergrund selbständig zu erforschen. Besonders durch die Biographie, durch die Zeugnisse von nahen Verwandten haben es die heutigen jungen Generationen leichter, die Vergangenheit ihres Landes zu verstehen und sie sich vorzustellen.

Die Repräsentanz arbeitete aktiv an der Begleitung, der Koordination sowie der Beratung mit und bereitete die Dokumente für den folgenden Bauabschnitt der Gedenkstätte Trostenez im Wald Blagowschtschina in Kooperation mit Partnern in Belarus („Minskproekt“ und „Gordorstroj“) sowie mit Sponsoren vor.