Sozialer Bereich 2019-01-22T09:55:16+00:00

Sozialer Bereich

                                                                                                               „Soziale Initiativen verbessern das Leben“

Eines der wichtigsten thematischen Schwerpunkte des Förderprogramms Belarus ist der soziale Bereich und seine Entwicklung. Die grundlegenden Komponenten des sozialen Bereiches wie Gesundheitsversorgung, Bildung, soziale Sicherungssysteme und sozialer Schutz der Bevölkerung unterliegen heute auf staatlicher Ebene gravierenden systemischen und verfahrensbedingten Veränderungen. In diesem Zusammenhang zielen die Aktivitäten des Förderprogramms darauf ab, das Leben der Gesellschaft zu verbessern, indem ein synergetisches Modell für die Beteiligung von Regierungsorganisationen und haushaltsfinanzierter Einrichtungen, Unternehmen und NRO sowie von Bürger*innen selbst an Prozessen einer qualitativ hochwertigen Erneuerung des sozialen Bereiches gefördert wird. Die Interaktion verschiedener Akteure in der Gesellschaft kann eine innovative Formel sein, mit Hilfe derer auf die Herausforderungen der Zeit reagiert, und somit zur effektiven Modernisierung von Prozessen im sozialen Bereich beigetragen werden kann.

In den letzten fünf Jahren der Umsetzung des Förderprogramms Belarus (FpB) haben das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) in Dortmund und die Internationale Bildungs- und Begegnungsstätte „Johannes Rau“ in Minsk große Anstrengungen unternommen, um rechtliche Rahmenbedingungen für die Umsetzung des Staatlichen Sozialauftrags (StSA) in Belarus zu schaffen. Auch in der VIII. Phase bleibt das Förderprogramm diesem Thema treu und unterstützt Projekte, die auf eine Ausweitung des StSA abzielen. Darüber hinaus liegt der Fokus des Sozialen Bereichs auf der Umsetzung der UN-Konvention „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“, auf der Unterstützung älterer Menschen und Kinder, auf der Entwicklung des sozialen Unternehmertums und weiterer Themen.

Das Hauptziel der Aktivitäten im Rahmen des Sozialen Bereichs ist es, langfristige deutsch-belarussische Partnerschaften aufzubauen und zu stärken, um Erfahrungen und Wissen zur Anwendung innovativer Ansätze im sozialen Bereich auszutauschen, die Rahmenbedingungen zu verbessern und die Qualität von Dienstleistungen für sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu steigern.

Die Förderung und die Maßnahmen im Sozialen Bereich tragen zur Lösung folgender Kernaufgaben bei:

  • Entwicklung von Formen intersektoraler und ressortübergreifender Zusammenarbeit und Kooperation;
  • Umsetzung der Bestimmungen der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen;
  • Verbesserung der Bedingungen für die Umsetzung des Gemeinnützigkeitsprinzips;
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Beteiligung von Unternehmen am sozialen Bereich;
  • Entwicklung des sozialen Unternehmertums;
  • Einhaltung von Prinzipien der Gleichberechtigung der Geschlechter;
  • Einführung innovativer Formen und Modelle für soziale Dienstleistungen;
  • Förderung der Ausweitung der von NRO angebotenen sozialen Dienstleistungen;
  • Förderung der Möglichkeitserweiterung zur Anwendung des Subsidiaritätsprinzips.

Um diese Ziele zu erreichen und zur Lösung dieser Aufgaben beizutragen werden deutsch-belarussische Partnerschaftsprojekte und die Organisation von Begleitveranstaltungen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene durch Seminare, Schulungen, Konferenzen, Runde Tische, Studienreisen, Forschung usw. geplant. Außerdem ist die Beteiligung an Studienaufenthalten und Praktika vorgesehen, um Erfahrungen auszutauschen und die sektorenübergreifende Zusammenarbeit und Partnerschaften zu stärken.

In Übereinstimmung mit den inhaltlichen Prioritäten im Rahmen des Sozialen Bereichs des Förderprogramms zielen einige Projekte der VIII. Phase darauf ab, die Implementierung StSA auszuweiten. Die Umsetzung dieses für Belarus neuen Mechanismus erfordert die Partizipation vieler Akteure, daher konzentriert sich die Arbeit im sozialen Bereich auf die Analyse der aktuellen Situation in Bezug auf den StSA, die Zusammenarbeit mit staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren bei der Ausweitung des StSA auf neue Zielgruppen und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für seine Anwendung.

Der Ausbau des sozialen Unternehmertums in Belarus erlebt in der VIII. Phase eine aktive Weiterentwicklung. Seit Beginn der Phase im Jahr 2016 trug das Förderprogramm dazu bei, Unternehmen und NRO zur Teilnahme an den Studien zur Entwicklung des sozialen Unternehmertums in Belarus zu motivieren, die vom Forschungsinstitut des Ministeriums für Arbeit und Sozialschutz der Bevölkerung der Republik Belarus durchgeführt werden. Das Förderprogramm unterstützte darüber hinaus die Durchführung von zwei nationalen Foren für das soziale Unternehmertum und organisierte eine Studienreise für Vertreter*innen von staatlichen Strukturen und gesellschaftlichen Organisationen mit dem Ziel, die Erfahrungen im Bereich des sozialen Unternehmertums in Deutschland kennenzulernen.

Soziales Forum

Eines der wichtigsten Ereignisse im Rahmen des Sozialen Bereichs des Förderprogramms Belarus ist das Nationale Soziale Forum. Im Rahmen des Forums diskutieren die im sozialen Bereich tätigen staatlichen Behörden und Organisationen auf Basis ihrer Erfahrungen die Möglichkeiten und Wege, gesellschaftlich relevante Probleme gemeinsam zu lösen. Die Beteiligung ausländischer Experten bietet die Möglichkeit, sich mit den Erfahrungen anderer Länder sowie mit modernen globalen Trends in verschiedenen Bereichen des sozialen Wesens vertraut zu machen. Nach den Ergebnissen der bereits erfolgreich durchgeführten Nationalen Sozialen Foren kann mit Zuversicht gesagt werden, dass das Forum zu einer beliebten offenen Plattform für den Erfahrungsaustausch und die Erörterung der Entwicklungsperspektiven für den sozialen Bereich unter Beteiligung führender Akteure und Experten auf diesem Gebiet geworden ist; hier werden auch die Positionen von Vertretern verschiedener Sektoren und Strukturen abgestimmt. Der Schwerpunkt des IV. Nationalen Sozialen Forums lag auf der Entwicklung ressorts- und sektorenübergreifender Zusammenarbeit als Voraussetzung für einen systemischen Ansatz bei der Lösung sozialer Probleme. Das Forum fand am 1.-2. November 2018 in Minsk statt.

RESOLUTION DES IV. SOZIALEN FORUMS 2018 „VERBESSERUNG DER RESSORT- UND SEKTORENÜBERGREIFENDEN ZUSAMMENARBEIT ZUR ANWENDUNG SYSTEMISCHER SOZIALARBEIT FÜR EINE EFFIZIENTE BEARBEITUNG SOZIALER PROBLEME“

Eine kurze Beschreibung der Projekte des Sozialen Bereichs finden Sie hier