Entwicklung von Monitoring- und Wirkungsmessungssystemen im Kontext der Umsetzung der Agenda 2030 2019-10-08T13:51:41+00:00

Entwicklung von Monitoring- und Wirkungsmessungssystemen für die Agenda 2030

Конференция по устойчивому развитию прошла в Минске

Die zielgerichtete Durchführung von Monitoring und Evaluation ist eine unabdingbare Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung der Agenda 2030 insgesamt sowie die Feststellung von Veränderungen und Fortschritten in Bezug auf einzelne Indikatoren. Die Entwicklung von Monitoring- und Evaluationssystemen hängt unmittelbar davon ab, ob angemessene quantitative und qualitative Daten vorhanden und zugänglich sind. Insbesondere sind disaggregierte Datensätze eine wichtige Voraussetzung für die Verwirklichung des Grundprinzips „Niemanden zurücklassen“.

Im Rahmen des thematischen Schwerpunkts „Entwicklung von Monitoring- und Wirkungsmessungssystemen für die Agenda 2030“ werden in der 9. Phase des Förderprogramms Belarus (2019–2022) Projektvorhaben und Maßnahmen gefördert, die einen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 v.a. in folgenden drei Aspekten leisten können.

  1. Entwicklung, Erprobung und Etablierung von Mechanismen und Instrumenten für das Monitoring und die Evaluation der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien sowie die Erreichung einzelner globaler Nachhaltigkeitsziele (SDGs) auf verschiedenen Ebenen

Systematisches Monitoring und Evaluation sind integrale Bestandteile der Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie (NHS). Mit einem Monitoring- und Evaluationssystem können nicht nur die Erfüllung von Indikatoren und die Erreichung von Zielen, wie sie in der NHS festgelegt sind, verfolgt, sondern auch neue Herausforderungen und die Notwendigkeit der Anpassung der strategischen Ansätze und Aktionspläne frühzeitig erkannt werden (s. zu den Instrumenten des Monitorings einer NHS das Handbuch „Monitoring, Evaluation und Weiterentwicklung lokaler und regionaler Nachhaltigkeitsstrategien“).

Zivilgesellschaftliche Organisationen können dank der Teilnahme am Prozess des Monitorings und der Evaluation von NHS, die in ihrem Tätigkeitsbereich umgesetzt werden, auch ihren direkten Beitrag zur Erreichung der prioritären Entwicklungsziele am jeweiligen Standort nachweisen.

  1. Förderung der Disaggregation von Daten nach sozial benachteiligten Gruppen auf subnationaler Ebene, um das Grundprinzip „Niemanden zurücklassen“ effektiver umsetzen zu können

 Besonders wichtig ist im Kontext der Verwirklichung des Grundprinzips „Niemanden zurücklassen“ die Erfassung von Daten, die nach verschiedenen Merkmalen wie Geschlecht, Alter, Einkommenssituation, Migrationsstatus, Behinderung, Wohnort u. a. disaggregiert (aufgeschlüsselt) sind.

Mit der guten Datenerfassung können spezielle Probleme erkannt und angemessene Lösungen einfacher gefunden werden, wenn es um soziale Randgruppen auf regionaler und lokaler Ebene geht, die sonst allzu oft „zurückgelassen werden“. So kann eine maximale Inklusivität bei der Umsetzung der Agenda 2030 gewährleistet werden.

Da zivilgesellschaftliche Organisationen über umfangreiche Erfahrungen und Kenntnisse in der Arbeit mit sozial benachteiligten Gruppen verfügen, bietet das Themenfeld der Disaggregation von Daten durchaus Potenziale für Kooperationen zwischen zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteuren.

  1. Stärkung der Kapazitäten und Kompetenzen von belarussischen zivilgesellschaftlichen Organisationen und Akteuren des sozialen Unternehmertums im Bereich von Monitoring und Evaluation der Wirkungen ihrer Aktivitäten und ihrer Beiträge zur Umsetzung der Agenda 2030

Eine wichtige Rolle bei der Stärkung der Kapazitäten und Kompetenzen der Zivilgesellschaft spielt die Entwicklung von Evaluationssystemen, mit denen soziale Unternehmen und zivilgesellschaftliche Organisationen soziale, ökologische und wirtschaftliche Wirkungen ihrer Tätigkeit erfassen können.

Die Messung des gesellschaftlichen Mehrwerts ist aus der Sicht der Bewertung der Effizienz unterschiedlicher Strategien zur Lösung eines gesellschaftlichen Problems wichtig, um einschätzen zu können, inwieweit mit den eingesetzten materiellen und immateriellen Ressourcen das größtmögliche positive Ergebnis erzielt werden konnte bzw. kann.

Soziale Organisationen und Unternehmen, die verlässlich und transparent die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Effekte ihrer Aktivitäten messen, können offen und objektiv die Öffentlichkeit, staatliche Stellen, Geldgeber und andere Organisationen über die erzielten positiven Ergebnisse informieren.