Ausstellung uber Trostenez 2019-01-19T23:44:59+00:00

Ausstellung „Vernichtungsort Maly Trostenez. Geschichte und Erinnerung“

Eine wichtige Etappe der Aktivitäten der Repräsentanz im Schwerpunkt Erinnerungskultur ist die Entwicklung und Eröffnung der Wanderausstellung „Vernichtungsort Maly Trostenez. Geschichte und Erinnerung“. Diese Ausstellung ist ein belarussisch-deutsches Projekt, das dem Andenken an die Opfer von Trostenez Tribut zollen und gleichzeitig zeigen soll, wie und wo in Belarus, Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik das Andenken an die Opfer erhalten bleibt. Außerdem berichtet die Ausstellung über die Orte der Massenvernichtung in Trostenez sowie über die Menschen, die die Gräueltaten begangen haben. Die Ausstellung soll auch dazu beitragen, dass Maly Trostenez im öffentlichen Bewusstsein als Ort der Verbrechen des Nationalsozialismus und als Denkmal von europäischer Bedeutung anerkannt wird.

Die Ausstellung ist das Ergebnis eines internationalen Dialogs unter Beteiligung von Historikern aus Belarus, Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik, der im August 2014 begann. Die Ausstellung wurde vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk (IBB Dortmund), von der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte „Johannes Rau“ Minsk (IBB Minsk) und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas organisiert. Im internationalen Kuratorium waren folgende Organisationen vertreten: das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst, die Stiftung Topographie des Terrors, das Jüdische Museum in Prag, die Gedenkstätte Theresienstadt, das Belarussische Staatliche Museum der Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges und der Verband Belarussischer jüdischer Vereine und Gemeinden. Das Design der Ausstellung wurde von der Berliner Agentur LINKSBÜNDIG entworfen.

Das Projekt wird aus Mitteln des Auswärtigen Amtes und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge finanziert. Neben der Ausstellung wurde mit Unterstützung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ ein Ausstellungskatalog auf Russisch und Deutsch erstellt.

Die zweisprachige Wanderausstellung wurde am 8. November 2016 in Deutschland in der Hauptkirche St. Katharinen in Hamburg im Zusammenhang mit dem 75. Jahrestag der Deportation der Juden aus Hamburg in das Minsker Ghetto eröffnet. Die Ausstellungseröffnung in Belarus fand am 13. März 2017 im Gebäude des Belarussischen Staatlichen Museums der Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges statt und war dem 25. Jahrestag der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Belarus und Deutschland gewidmet.

Im Anschluss daran wurde die Ausstellung in Berlin, Bremen, Köln, Wuppertal und Theresienstadt gezeigt. Aus diesen Städten wurde 1941-1942 die jüdische Bevölkerung nach Minsk deportiert. In Belarus wurde die Ausstellung in den Städten Molodetschno, Grodno, Brest, Mir, Mogiljow, Nowopolotsk und Witebsk präsentiert. Derzeit ist die Ausstellung in der Nationalbibliothek der Republik Belarus zu sehen.

Das Ausstellungsprogramm umfasst Treffen mit Zeitzeugen, Bildungsveranstaltungen für Schüler*innen und Lehrer*innen sowie Runde Tische zum Thema Erinnerungskultur in Bezug auf die Kriegsopfer.

Im Jahr 2017 hat das IBB Dortmund und die IBB „Johannes Rau“ Minsk mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland den Wettbewerb „Opfer des Nationalsozialismus und Vernichtungsorte in Belarus“ veranstaltet. Das Ziel dieses Bildungsprojekts war es die Teilnehmenden und Studierende dazu zu motivieren, unabhängige Untersuchungen über das Schicksal unbekannter Opfer des Nationalsozialismus durchzuführen, die sich möglicherweise unter Verwandten, Bekannten und Nachbarn befanden, wodurch verschiedene ethnische Gruppen vertreten waren. Durch die Lebensgeschichten und die Erzählungen nahestehender Menschen kann sich die heutige junge Generation die tragische Vergangenheit ihres Landes besser vorstellen und sie nachvollziehen. Die veröffentlichten Beiträge geben wichtige Impulse für die europäische Erinnerungskultur. Sie geben den in Massengräbern begrabenen Opfern ein individuelles Schicksal zurück und bewahren so die Erinnerung an sie.